Ex Nihilo
French Affair
About
French Affair ist eine Hommage an die wild eleganten Chypres des Paris der 1970er Jahre – erdige, moosige Düfte, getragen von Freigeistern, die über das linke Seineufer schlendern, als gehöre es ihnen. Und das tut es auch. Frauen in Le-Smoking-Tuxedos, bis zum Nabel aufgeknöpft, Männer ganz im Modus Oscar Wilde: Nonkonformisten, die nach Gauloises-Rauch, zerdrücktem Samt und Aramis 900 riechen. Doch French Affair gibt sich nicht als neuer Chypre aus. Er ist authentisch, feucht, unverkennbar eichenmoosig, mit diesem vertrauten tintigen Zug, der Chypres ihr Rückgrat gibt. Eine satte Welle indonesischen Patchoulis – erdig und kampferartig – springt schon in den Kopfnoten hervor und geht Hand in Hand mit dem Moos, um einen Akkord aus kupfriger, frisch aufgeworfener Erde zu bilden. Die Litschi riecht eher nach überreifer Pflaume und süßt die erdigeren Töne für einen Moment an. Veilchenblatt zieht wie ein Kamerablitz durch die lehmige Düsternis. Doch es sind die dunklen, modrig-erdigen Noten, die bleiben – wie schwarzer Samt, nach vielen Jahren im Lager wieder auseinandergefaltet. Später zeigt dieser Akkord eine gewürzte, pflaumige Rose und einen stechenden, zedrigen Drydown, der zugleich aromatisch und leicht schweißig wirkt. French Affair steht Schulter an Schulter mit den großen Patchoulis.