Wie Litschi in Parfüms riecht
Litschi ist ein seltener Gast in Duftpyramiden: eine saftige, durchscheinende Note irgendwo zwischen Traube, Rose und Muskatnuss. Sie hat kein eigenes ätherisches Öl — Parfümeure bauen sie aus Aldehyden und Rosenkomponenten, weshalb Litschi fast immer zusammen mit echter Rose oder Pfingstrose auftritt. Auf der Haut hält sie kaum, aber genau dieses Aufblitzen am Anfang bestimmt den Ton der ganzen Komposition.
Drei Litschi-Interpretationen in unserem Katalog
**Delina La Rosée** von Parfums de Marly ist das direkteste Gespräch zwischen Litschi und Rose. Quentin Bisch lässt die saftige Frucht auf türkische Rose und Birne treffen, während rosa Pfeffer einen trockenen Funken hinzufügt. Der Abgang landet bei weißem Moschus und Vetiver — warm, nie süß.
**In Paris Is Secret** vom Nischenhaus What We Do Is Secret geht sanfter mit Litschi um: weißer Honig und Bergamotte im Kopf, Rose und Heliotrop im Herzen, Tonkabohne, Tolubalsam und Sandelholz in der Basis. Litschi für alle, denen Wärme wichtiger ist als Frische.
**Fleur Narcotique** von Ex Nihilo ist die transparenteste Version: Litschi, Bergamotte und Pfirsich im Kopf, ein Petalia-Rose-Pfingstrosen-Akkord im Herzen. Wir haben schon einmal darüber geschrieben — dort klingt Litschi fast aquarellartig.
Für wen sich die Litschi-Note eignet
Wenn Rosendüfte Ihnen oft schwer oder puderig vorkommen, nimmt Litschi diesem Gewicht — übrig bleiben Saft und Transparenz. Eine gute Wahl für einen warmen Abend, wenn man Rose ohne altmodischen Beigeschmack möchte.
Es lohnt sich, drei Litschi-Proben nebeneinanderzustellen und zu beobachten, wie dieselbe Frucht mal zur Blume, mal zum Dessert wird.